
Interview
Berlin
Surfing The FLINTA*net – In Conversation With Elisa Breyer
Issue 01: Community & Network
25€
Von der Stan-Kultur bis ins Spanien der 1980er Jahre ist Elisa Breyer ein komplettes Know-it-all. Die in Berlin geborene und lebende Künstlerin greift Feminismus und Politik durch die Linse der Popkultur auf und reflektiert den Spätkapitalismus in ihren glänzend-poppigen, hyperrealistischen Gemälden. Verspielt, neugierig und dabei radikal klug, verarbeitet Breyer die Welt um sich herum und pickt für uns die Highlights heraus, die wir dann in ihren Arbeiten wahrnehmen können. Wir werden ununterbrochen mit „Content“ bombardiert, glorifizierten Sitcom-Figuren, Influencer*innen, sexy Objekten, die wir gefälligst konsumieren sollen, und deprimierenden Nachrichten, die unsere ohnehin schon anstrengende Online-Präsenz abrunden. Gegen all das konstante Grundrauschen hindurch sprach Breyer mit mir über YouTube-Essays, obsessive Leidenschaft, Community und die lähmende Mangelmentalität, die uns kollektiv im Schwitzkasten hält.
Mia Butter: Als Warm-up: Welche Wörter beschreiben deine Praxis oder gehören dazu?
Elisa Breyer: Also, auf meiner Website kann man Tags sehen (wie z.B. „popculturereference‟, „still life‟ oder „blingbling‟). Ja, das fand ich geil. Ein Wort, das wirklich krass ist, ist Sinnlichkeit und natürlich Girlhood.
MB: Hell yeah. Hat sich das irgendwie verändert? Weil ich das Gefühl habe, dass dein Stil sich im letzten Jahr viel entwickelt hat.
EB: Ja, voll. Also, in der Malerei war es mir am Anfang wichtig, dass ich die Technik beherrsche. Da war es mir sehr wichtig, dass es extrem sinnlich ist. Jetzt ist es aber so, dass es sich wieder verändert hat, dass ich merke, mir ist der Inhalt teilweise noch wichtiger geworden.
Also zum Beispiel habe ich früher so viel Stillleben gemalt. Und ich liebe sie! Die sind übelst schön, es macht voll Bock, sie zu malen. Aber irgendwie fördert mich das intellektuell nicht genug heraus. Es ist Wohnkunst. Ich will jetzt überhaupt nicht abfällig sein, aber es ist einfach so. Ich glaube, das hat sich sehr verändert, dass ich mich…
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